STUDENTENJOBS: ALS STUDENT NEBENHER GELD VERDIENEN

02.11.2018 0 Von admin

Viele Studenten arbeiten parallel zu den Lehrveranstaltungen oder in den Semesterferien im Supermarkt, einem Café oder als Nachhilfelehrer. Während einige Studenten auf das Einkommen angewiesen sind, verdienen sich andere durch einen Studentenjob etwas hinzu, um ihr Bafög, Stipendium oder die Unterstützung durch ihre Eltern aufzubessern. Doch beim Studentenjob gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.

Wo findet man Studentenjobs?

Eine erste Orientierung bietet das Internet. In Jobbörsen ist es oft möglich, gezielt nach Minijobs oder Studentenjobs zu suchen. Eine weitere Option besteht darin, speziell nach Unternehmen in der Nähe des Wohnortes und der Uni zu suchen, damit sich die Fahrtwege in Grenzen halten. Oft informieren Unternehmen auf ihren Internetseiten über ausgeschriebene Stellen.

Idealerweise entspricht der Studentenjob den eigenen Fähigkeiten und Interessen. In jedem Fall sollte der Nebenjob zumutbar sein, auch wenn er möglicherweise nicht immer Spaß macht. Studenten aus höheren Semestern haben teilweise die Chance, bereits erste Berufserfahrung in dem Bereich zu sammeln, in dem sie nach dem Studium arbeiten möchten. Insbesondere in der Technikbranche suchen viele Firmen frühzeitig nach jungen Nachwuchstalenten.

Studentenjobs an der Hochschule

Als Arbeitgeber für Studenten kommen auch Universitäten und Fachhochschulen aus den 16 Bundesländern infrage. Diese Nebenjobs als studentische Hilfskräfte in der universitären Forschung sind sehr beliebt, da sie in der Regel verschiedene Vorteile bieten:

– flexible Arbeitszeiten
– inhaltlicher Bezug zum Studienfach
– Möglichkeit, Erfahrungen im Forschungsbetrieb zu sammeln
– vertraute Umgebung
– bekannter Arbeitsweg
– Wohnort oft in der Nähe oder in vertretbarer Entfernung
– bei Arbeitszeiten vor/nach Lehrveranstaltungen entfällt ein zusätzlicher Fahrtweg

Doch nicht alle studentischen Hilfskräfte dürfen bei wissenschaftlichen Versuchen assistieren. Viele Hochschulen beschäftigen Studierende auch als Aushilfen in den zahlreichen Büros und Sekretariaten.

Wie viel dürfen Studenten neben dem Studium arbeiten?

Studenten dürfen maximal 20 Stunden pro Woche jobben. Minijobber, die weniger als 450 Euro verdienen, und deren Arbeitgeber zahlen seit 2013 Sozialversicherungsbeiträge. Der Student zahlt als Arbeitnehmer jedoch nur einen geringen Eigenbeitrag zur Rentenversicherung. Bei einem Verdienst von 450 Euro liegt der Eigenbeitrag bei 16,20 Euro.

Studenten und andere Minijobber können sich von dem Eigenbeitrag befreien lassen, wenn sie einen entsprechenden Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Auch hier gilt die Grenze von maximal 450 Euro. Liegt der Verdienst darüber, ist keine Befreiung möglich.

Für befristete Beschäftigungen gelten teilweise Ausnahmen von diesen Regelungen. Dies gilt allerdings nur, wenn die Beschäftigung auf weniger als drei Monate befristet ist. Im Zweifelsfall können sich Studenten von der Rentenversicherung beraten lassen.

Müssen Studenten Steuern zahlen?

450 Euro pro Monat liegen unterhalb des Freibetrags für die Einkommensteuer. Das heißt, Studenten müssen in der Regel keine Einkommensteuer zahlen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn andere Einkünfte hinzukommen. Dazu gehören auch Kapitalerträge wie Zinsen.

Möglicherweise müssen Studenten eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen – zum Beispiel dann, wenn sie im Nebenjob selbstständig tätig sind. Als selbstständige Tätigkeiten gelten zum Beispiel auch Nachhilfe oder Fotografie gegen Bezahlung, solange keine Anstellung bei einem Unternehmen vorliegt. Eine Agentur, die lediglich Aufträge vermittelt, ist in der Regel kein Arbeitgeber.

Ohnehin müssen Selbstständige viele Regelungen beachten. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt jedoch einige Beispiele, die für selbstständig tätige Studenten relevant sein können:

– Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung
– beim Finanzamt melden/Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
– Steuererklärung fristgerecht einreichen
– Umsatzsteuer und andere Steuern
– ggf. Gewerbe anmelden
– korrekte Buchführung und Abrechnung
– Kunden rekrutieren/Aufträge finden
– Versicherungen (Haftpflicht, Rechtsschutz etc.)
– evtl. spezielle Regelungen für einen Beruf

Zählt ein Praktikum als Nebenjob?

Bei einem Praktikum macht es einen wichtigen Unterschied, ob es sich um ein Pflichtpraktikum handelt oder nicht. Laut der Deutschen Rentenversicherung sind Pflichtpraktikanten von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen. Wer im Rahmen seines Studiums ein verbindliches Praktikum absolviert, hat zudem keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Oft handelt es sich deshalb ohnehin um unbezahlte Praktika.

Was ist mit Bafög zu beachten?

Bafög-Empfänger müssen ihr Einkommen bei der Leistungsberechnung angeben, sie dürfen jedoch grundsätzlich etwas dazu verdienen – vorausgesetzt, sie arbeiten nicht mehr als 20 Stunden pro Woche. Wichtig ist, dass das Einkommen nicht über dem Freibetrag liegt, da es sonst angerechnet wird.

Die Höhe des Freibetrags ist von verschiedenen Faktoren abhängig, beispielsweise von der Frage, ob es sich um eine abhängige oder um eine selbstständige Tätigkeit handelt. Für Studenten, die Kinder haben, gelten höhere Freibeträge. Da sich die Freibeträge ändern können, sollten Studenten sich vorab über die aktuellen Grenzen informieren und ggf. einen Bafög-Rechner im Internet nutzen, um besser planen zu können.

Fazit

Ein Minijob mit maximal 450 Euro Einkommen pro Monat kann für Studenten bereits einen großen Unterschied bedeuten. Nebenjobs als studentische Hilfskräfte an der Uni sind sehr gefragt, doch auch Kellnern und Kassieren gehört zu den typischen Studentenjobs.

Studenten müssen beachten, dass sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten dürfen und eventuell Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zahlen müssen, wenn sie die Freibeträge überschreiten. Bei der Auswahl des Studentenjobs sollten Studenten ihre persönlichen Vorlieben beachten.